Grußwort zum Jahreswechsel 2019

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wieder einmal stehen wir am Beginn eines neuen Jahres, in das wir mit all unseren Wünschen, Sehnsüchten und Hoffnungen hineinschreiten möchten. Bevor wir einen Ausblick wagen, wollen wir auf das vergangene Jahr zurückschauen. Ich wünsche mir, dass die positiven Dinge in Ihrer ganz persönlichen Bilanz überwiegen. Ich weiß aber auch, dass dies nicht immer der Fall sein kann. Allen, die von Krankheit und Schicksalsschlägen betroffen sind, wünsche ich ganz besonders viel Kraft und Zuversicht. Möge ihnen das Jahr 2019 neue Wege eröffnen und all ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Ich denke in diesen Tagen im Besonderen auch an unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie haben unser Dorf geprägt und zu dem gemacht, was es heute ist. All denjenigen, die ihre Mitbürger im alltäglichen Leben unterstützen, gilt mein ganz besonderer Respekt und Dank.

Danksagen möchte ich an dieser Stelle auch all denen, die sich in unserer Dorfgemeinschaft einbringen. Die Beigeordneten und die Mitglieder des Ortsgemeinderates haben im Laufe eines Jahres ein umfangreiches Pensum zu leisten. Den Gemeindebediensteten, die für die Pflege und den Erhalt der gemeindlichen Anlagen sowie für die Betreuung des Bürgerhauses zuständig sind und diese Aufgabe mit viel Verantwortungsbewusstsein erfüllt haben, danke ich ebenfalls für ihre hervorragende Arbeit. Danken möchte ich auch denen, die im kirchlichen Bereich Verantwortung übernehmen und die Gottesdienste in unserer Filialkirche unterstützen. Kirchliche Arbeit wird in einem stetig sich ändernden Umfeld nicht einfacher werden. In Zeiten von Priestermangel und zurückgehenden Gottesdienstbesuchern sind alle gefordert, denen Kirche im Ort wichtig ist, ihren Teil zum Gelingen des kirchlichen Lebens beizutragen. Auf notwendige Veränderungen grundsätzlich ablehnend zu reagieren, halte ich dabei allerdings für den falschen Weg.

Ein ganz besonderes Anliegen ist es mir auch in diesem Jahr, das Wirken unserer Vereine zu würdigen. Vereine sind ein Herzstück unseres dörflichen Lebens. Ihren wahren Stellenwert würden wir wohl erst dann ermessen, wenn wir sie mal nicht mehr hätten. Vereine funktionieren, weil Vorstände und Mitglieder gemeinschaftliche Interessen vor eigene stellen. Ihnen gilt ein ganz großes Dankeschön unserer Dorfgemeinschaft. Es muss uns aber auch bewusst sein, dass das Fortbestehen der Vereine immer auch eine Generationenaufgabe war und auch weiterhin sein wird. Es wäre zu wünschen, dass junge Mitbürgerinnen und Mitbürger nach und nach in diese Aufgabe hineinwachsen und dabei auch die Unterstützung aller erhalten.

Das abgelaufene Jahr war geprägt von der Erweiterung und Renovierung unseres Bürgerhauses. Bis auf die Außenanlagen ist das Projekt nunmehr fertiggestellt. Für Familienfeiern, Vereinsfeste und Veranstaltungen der Ortsgemeinde, aber auch für sportliche und kulturelle Aktivitäten steht ein modernes Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung, das diesen Anforderungen gerecht wird. Ich möchte nochmals die Gelegenheit ergreifen, um mich bei allen Helfern zu bedanken, die hier wie auch schon bei anderen Gelegenheiten durch ihre ehrenamtliche, unentgeltliche Hilfe dazu beigetragen haben, dass solch ein Projekt überhaupt erst verwirklicht werden konnte. Deren freiwilligem Engagement ist es im Übrigen auch zu verdanken, dass wir unsere Infrastruktur in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich verbessern und ausbauen konnten, ohne unsere Finanzen zu überfordern. Die Ortsgemeinde verfügt nach wie vor über eine solide Rücklage, die uns auch weiterhin Gestaltungsfreiraum für zukünftige Aufgaben lässt. Im Hinblick auf die Tatsache, dass die so geschaffenen Einrichtungen allen zu Gute kommen, erlaube ich mir ausnahmsweise mal einen Wunsch. Es wäre schön und wünschenswert, wenn solche Aktivitäten in der Zukunft auf mehr Schultern verteilt werden könnten. Wer sich bei solchen Gelegenheiten einbringt, egal ob in der Dorfgemeinschaft oder im Verein, opfert zunächst vordergründig private Freizeit. Das Gefühl, in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten an der Zukunft unseres Dorfes mitgestaltet zu haben, macht das jedoch mehr als wett.

Einen ganz besonderen Moment durften wir in diesem Jahr bei der Weihnachtsfeier unserer Freizeitmannschaft erleben. Der Gesangsauftritt unserer Kleinsten war der absolute Höhepunkt einer an sich schon wunderbaren Feier. Welch ein schönes Gefühl, wieder so viele Kinder in unserer Dorfgemeinschaft zu haben. Wie schön auch zu sehen, dass Eltern mit den Kindern solche Aktivitäten vorbereiten und sie so zum Mittelpunkt unseres Dorflebens werden lassen. Wir sehen aber auch die Verpflichtung aller Mitbürgerinnen und Mitbürger, aktiv an der Zukunft von Betteldorf mitzugestalten. Unsere Kleinen von heute sind die Großen von morgen, und wir müssen ihnen alle Voraussetzungen und Chancen bieten, dass ihr Heimatort aus Kindertagen auch ihr Lebensmittelpunkt im Erwachsenenalter bleiben kann. Manch strukturelle Nachteile können wir nicht vollständig ausgleichen, viele Chancen bieten sich aber und müssen ergriffen werden.

Bei den großen Themenfeldern Internetanbindung und Verkehrsinfrastruktur konnten wir in den letzten Jahren viel erreichen und sind sehr zukunftsfähig aufgestellt. Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s bieten auch für den gewerblichen Anspruch beste Voraussetzungen. Die jahrelangen Bemühungen der Ortsgemeinde um die Anbindung an die überregionale Buslinie 500 haben dazu beigetragen, dass im Rahmen der Neugestaltung unserer Zufahrt auf die B 410 eine Buswendeschleife errichtet wird. Diese ursprünglich für 2018 geplante Maßnahme wird nun wohl endgültig im vor uns liegenden Jahr 2019 realisiert werden. Somit verfügt Betteldorf zusammen mit den bestehenden regionalen Verbindungen und dem vom Verein „Bürger für Bürger“ wöchentlich eingesetzten Bürgerbus über ein reichhaltiges und bedarfsgerechtes Angebot, das von Schülern bis zu Senioren allen zur Verfügung steht. Es sollte uns jedoch bewusst sein, dass solche Möglichkeiten nur dauerhaft aufrechterhalten werden können, wenn wir sie auch in Anspruch nehmen.

Mittelfristig wird es zu einer umfassenden Reform der kommunalen Gebietskörperschaften in Rheinland – Pfalz kommen. In einem von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten wird im Zuge der schon in großen Teilen vollzogenen Zusammenlegung der Verbandsgemeinden auch eine Reduzierung der bestehenden Landkreise sowie eine Zusammenlegung von Ortsgemeinden unter 300 Einwohnern empfohlen. Ob diese Vorgaben politisch so umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Die Ortsgemeinden werden in diesem Prozess gefordert sein, ihre Fähigkeiten zur kommunalen Selbstverwaltung unter Beweis zu stellen. Hier wird die Dorfgemeinschaft in hohem Maße gefordert sein. Ich sehe der Diskussion jedenfalls gelassen entgegen und halte den Fortbestand unserer Ortsgemeinde nicht für gefährdet.

Das alljährliche Schreiben eines Grußwortes an meine Mitbürgerinnen und Mitbürger am Beginn eines Jahres ist für mich immer eine willkommene Gelegenheit, Dank zu sagen und Dinge mitzuteilen, die mir am Herzen liegen. Umso schwerer fällt mir der nachfolgende Abschnitt.

Bei den am 26. Mai stattfindenden Kommunalwahlen kann und werde ich nicht mehr als Ortsbürgermeister kandidieren. Gerne hätte ich dieses schöne Amt, wenn es denn von den Bürgerinnen und Bürgern so gewünscht wäre, auch noch weiterhin ausgeübt. Für mein Heimatdorf zu wirken und Verantwortung zu tragen war mir in all den Jahren eine große Verpflichtung und Ehre. Infolge gesundheitlicher Einschränkungen ist es mir in den letzten Jahren aber immer schwerer gefallen, den gestellten Aufgaben gerecht zu werden. Die stetig wachsenden Anforderungen will ich mir für eine neuerliche Legislaturperiode von 5 Jahren nicht mehr zumuten.

Für die anstehenden Kommunalwahlen wünsche ich mir, dass junge Frauen und Männer die Möglichkeit ergreifen, für unser Dorf Verantwortung zu übernehmen. Veränderungen in den Bereichen des Ortsbürgermeisters oder des Ortsgemeinderates sind immer auch eine Möglichkeit, sich mit Tatkraft und neuen Ideen einzubringen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern für das Jahr 2019 Gesundheit, Erfolg und Gottes Segen.

Ihr


Ortsbürgermeister